Reflextherapie nach KinFlex®

Der Weg zur neuromotorischen Schulreife

Unsere ersten Bewegungen im Mutterleib und nach der Geburt werden von Reflexen gesteuert. Durch diese unwillentlich ausgelösten Bewegungen gelingt es uns, den Weg durch den Geburtskanal zu meistern und uns an die neue Umgebung anzupassen.

Dabei entstehen durch die frühkindlichen Reflexe auch Verknüpfungen, sogenannte Synapsen zwischen den Nervenbahnen im Gehirn. Das Gehirn entwickelt sich weiter und sobald die Vernetzung stabil ist, integriert sich der Reflex und macht Platz für den nächsten.

Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt können die Integration stören

Ähnlich wie auf einer Bühne hat jeder Reflex seinen Auftritt und nach dem «Applaus» - der Vernetzung im Gehirn - verlässt er die Bühne, sodass der nächste Reflex seine Arbeit in Angriff nehmen kann. Doch leider gelingt es nicht jedem Reflex, sich vollständig zu integrieren und die Bühne zu verlassen. Diese noch aktiven Reflexe stören dann die weiteren Reflexe bei deren Integration und sorgen dafür, dass das Kind ständig damit beschäftigt ist, diese aktiven Reflexe auszugleichen um die Balance zu halten. Dafür braucht das Kind viel Energie, die dann für die nächsten Entwicklungsschritte fehlt.

Nebst ausgelassenen Entwicklungsschritten oder Erkrankungen, Unfällen etc. können folgende Ereignisse die Integration stören:

  • Stress oder Krankheit der Mutter in der Schwangerschaft
  • Alkohol, Nikotin oder Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft
  • Fruchtwasseruntersuchung
  • Häufige Ultraschalluntersuchungen
  • Geburtskomplikationen: Frühgeburt, Steiss- oder Querlage, Sturzgeburt oder zu lange Dauer des Geburtsvorgangs, Kaiserschnitt, Zangengeburt, Saugglocke
  • Betäubungs- oder Schmerzmittel während der Geburt (wirken auf das Zentralnervensystem)
  • Fehlendes Anlegen des Kindes in den ersten 20 Minuten
  • Oder später im Laufe der ersten Lebensjahre: Unfälle, schwere Erkrankungen, Impfungen

 

Aktive frühkindliche Reflexe werden meistens erst in der Schule zum Thema.

Sind frühkindliche Reflexe noch ganz oder teilweise aktiv, können sie jederzeit ausgelöst werden und verursachen Muskelreaktionen welche unwillentlich geschehen.

Diese sind ein Zeichen von neuronaler Unreife, das heisst von fehlenden Verbindungen im Gehirn. Konzentrationsprobleme, fehlende Impulskontrolle, Buchstaben verdrehen, sogenannte ADHS-Symptome und Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten können dadurch entstehen.

Auch Probleme mit der Feinmotorik, eine verkrampfte Stifthaltung oder wenn das Abschreiben von der Wandtafel schwerfällt, sind Hinweise auf aktive frühkindliche Reflexe.

Den Unterricht stören, nicht ruhig sitzen können, Mühe haben sich auf Neues einzulassen, Probleme mit der Koordination, Trennungsangst, Angst vor Neuem usw. sind weitere Indizien auf frühkindliche Reflexe.

Folgen von noch aktiven frühkindlichen Reflexen können auch sein:

  • Konzentrationsprobleme
  • unerklärliche Gefühlsausbrüche
  • Schwierigkeiten mit dem Stillsitzen
  • Beine um das Stuhlbein verknoten
  • Es lässt sich schnell ablenken
  • Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
  • ADHS / ADS
  • Dyskalkulie
  • beim Schreiben den Mund bewegen oder den Mund immer etwas geöffnet
  • verkrampfte Stifthaltung oder zu viel Druck auf dem Stift
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Mühe mit Überkreuzbewegungen z. B. wird das Blatt/Heft beim Schreiben sehr schräg gehalten
  • kann nicht auf einer Linie schreiben, die Schrift fällt nach hinten ab
  • Bettnässen über das 5. Lebensjahr hinaus
  • Zehenspitzengang
  • Schlechter Muskeltonus
     

So funktioniert die Reflextherapie nach KinFlex®

Mit gezielten rhythmischen Bewegungsübungen werden die aktiven frühkindlichen Reflexe nachträglich integriert. Die Bewegungen aktivieren das Stammhirn und regen die Vernetzung im Hirn an, die fehlenden Verbindungen können hergestellt werden.

Mit Wahrnehmungsübungen und dem kinesiologischen Teil von KinFlex® wird die Integration fixiert, sodass das Üben und Trainieren zu Hause wie in anderen Reflexintegrationsmethoden nicht mehr nötig ist.

Das verändert sich nach der Integration der frühkindlichen Reflexe:

Dein Kind wird

  • ruhiger und ausgeglichener
  • besser in der Schule
  • konzentrierter
  • länger still sitzen können
  • fokussierter sein
  • seine Gefühle und Impulse besser kontrollieren können

Behandlungsdauer

In der Regel reichen 3 - 5 Behandlungen um alle Reflexe zu integrieren. Eine Behandlung dauert zwischen 1 - 2 Stunden.

Der Fragebogen hilft Dir zu entscheiden, ob die Reflexintegration Deinem Kind helfen kann. Du kannst ihn ausfüllen und mir per E-Mail (kontakt@braincompany.ch) zustellen. Da auch Erwachsene aktive frühkindliche Reflexe haben können, ist auch ein Fragebogen für Erwachsene angehängt.

Reflex-Übersicht

In der folgenden Reflex-Übersicht kannst du dir einen Eindruck verschaffen was passieren kann, wenn ein Reflex nicht integriert ist. Das gilt nicht nur für Kinder, auch bei vielen Erwachsenen sind nicht alle Reflexe integriert.

  • Furcht- / Lähmungsreflex: sorgt für angemessenen Umgang mit Stress-/ Schrecksituationen. Diese Kinder haben ihre Schultern oft hochgezogen, sind schüchtern, hochsensibel und ängstlich. Sie erstarren in Schrecksituationen, viele Menschen stellen Stress für sie dar. Sie zeigen eine schlaffe Körperhaltung mit schlechter Koordination und Gleichgewicht.
  • Moro-Reflex: diese Kinder zeigen oft Wutausbrüche, haben Schwierigkeiten, Zuneigung zu zeigen und anzunehmen. Sie haben Probleme in der Kontaktaufnahme und überreagieren oft, nicht der Situation angemessen und sträuben sich gegen Neues und Veränderungen. Sie haben Stimmungsschwankungen, können sich schlecht anpassen und spielen nicht gerne mit anderen Kindern. Kritik, Wettbewerb und Stress werden schlecht ertragen. Es besteht eine Überempfindlichkeit der Sinne, besonders der Augen bei Helligkeit.
  • Bonding-Reflex: ist der emotionale Abschluss der Geburt: Der Herzschlag der Mutter entspannt, beruhigt, sorgt für die Bindung und emotionale Beziehungen.
    Die Kinder sind ängstlich, wollen nicht alleine sein, brauchen viel Zuspruch und Aufmerksamkeit. Sie provozieren gerne, sind nachtragend, oft der Familienclown, und kommen mit Autoritätspersonen nicht zurecht. Sie haben Angst zu versagen.
  • Landau-Reflex: die Kinder haben eine steife Körperhaltung, die Knie meist durchgedrückt, und Probleme beim Erlernen des Brustschwimmens. Insgesamt Schwierigkeiten bei der Koordination des Ober- und Unterkörpers.
  • Tonischer Labyrinthreflex, TLR vorwärts: diese Kinder setzen sich bei jeder Gelegenheit auf den Boden oder lehnen sich an. Stehen ist anstrengend, sie haben eine schlechte Körperhaltung und einen runden Rücken. Sie stabilisieren sich, indem sie die Arme verschränken oder die Daumen in die Gürtelschlaufen schieben.
  • Tonischer Labyrinthreflex, TLR rückwärts: sie bewegen sich steif, gehen oft auf Zehenspitzen. Sie haben Schwierigkeiten beim Einschätzen von Raum, Tiefe, Entfernung und Geschwindigkeit. Sie sind ständig in Bewegung, um das Gleichgewicht zu halten. Es fällt Ihnen schwer sich zu organisieren, z.B. aufzuräumen, haben ein schlechtes Zeitgefühl, sind vergesslich.
  • Symmetrisch Tonischer Nackenstellreflex, STNR: diese Kinder haben Schwierigkeiten bei Übergängen von einem zum anderen Lebensabschnitt.
    Sie lümmeln am Tisch, sitzen gerne auf einem oder beiden Beinen und wickeln die Füsse um die Stuhlbeine. Sie haben Probleme mit dem Abschreiben von der Tafel und nach dem Aufblicken wieder die richtige Zeile zu finden. Ihre mündliche Leistung ist besser als die schriftliche. Oft ist der Ellenbogen überstreckt.
  • Asymmetrischer Tonischer Nackenstellreflex, ATNR: ermöglicht die Lateralität.
    Diese Kinder schreiben nicht gerne, immer nur kurze Aufsätze, und ihre Rechtschreibung ist fehlerhaft. Beim Schreiben ohne Linien fallen die Zeilen nach rechts ab, sie drehen oft das Heft beim Schreiben und Vertauschen Buchstaben oder lassen sie aus. Alle Überkreuzbewegungen sind erschwert. Schauen sie beim Fahrradfahren nach rechts, fahren sie auch nach rechts.
  • Amphibien-Reflex: ermöglicht das Erlernen von Krabbeln und Kriechen.
  • Spinaler Galant: diese Kinder können nicht still sitzen, bewegen sich mit einseitiger Hüftrotation, sind hyperaktiv und haben einen unruhigen Schlaf. Mangelnde Blasenkontrolle, Bettnässen bis nach dem 5. Lebensjahr und Verdauungsstörungen. Die Kinder sind überempfindlich am Rücken und vertragen keine enge Kleidung oder Gürtel, die Schildchen müssen aus der Kleidung herausgeschnitten werden. Fehlhaltungen, Skoliose und ein schiefer Gang sind möglich.
  • Babinski-Reflex: zeigt sich durch Löcher im Socken am grossen Zeh, Halux Valgus und Fersensporn.
  • Palmar-Reflex: steht in engem Zusammenhang mit dem Saugreflex. Er zeigt sich durch Zähneknirschen, unwillkürliche Zungenbewegungen und undeutliches Sprechen. Eine schlechte Handschrift, mangelnde Stifthaltung und Feinmotorik mit Mundmitbewegung werden oft beobachtet.
  • Saugreflex: Probleme mit erster Nahrungsaufnahme, das Essen wird mit der Zunge wieder aus dem Mund herausgeschoben. Schluckbeschwerden, sabbern und fehlender Mundschluss. Bei diesen Kindern ist später oft eine Gebisskorrektur mit einer Zahnspange nötig. Sie haben Sprach- und Artikulationsprobleme wie Lispeln und Buchstabenverschlucken, sie sind hypersensibel im Lippen- und Mundbereich.